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		<title>The Ranting Swiss</title>
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			<title>Wer selber bl&#228;st, ist l&#228;nger laut</title>
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			<pubDate>Tue, 01 Mar 2011 21:48:00 +0000</pubDate>			<dc:creator>Tarlanc</dc:creator>
			<category domain="main">Uncategorized</category>			<guid isPermaLink="false">154@http://www.tarlanc.ch/blog/</guid>
						<description>&lt;p&gt;Etwas erstaunt erfuhr ich in der Tagesschau, der ich nebenbei mit einem Ohr lauschte, dass Uwe Seeler offenbar die WM in S&amp;#252;dafrika st&amp;#246;rt. Jogi L&amp;#246;w musste sich sogar wegen besagtem Uwe Seeler eine neue Zeichensprache ausdenken, um mit seinen Spielern zu kommunizieren. Es w&amp;#228;re ja nicht der erste Sportler, der im Alter meint, er habe das Spiel erfunden, das er vor 60 Jahren mal eine Weile gespielt hatte, und den Jungen dumme Ratschl&amp;#228;ge erteilt. Also tat ich die Meldungen als belanglosen WM-Klatsch ab, bis die ersten Leute sich offenbar schon mit Orapax gegen Uwe Seeler sch&amp;#252;tzen mussten.&lt;br /&gt;Gl&amp;#252;cklicherweise nahm sich zu diesem Zeitpunkt ein Sprecher die Zeit, den Namen &#039;Vuvuzuela&#039; langsam auszusprechen und ein Bild des anst&amp;#246;ssigen Objekts zu zeigen. Offenbar handelt es sich bei diesem Ger&amp;#228;t um eine neue, &amp;#228;usserst innovative Erfindung aus Afrika, die in meiner Kindheit (und in der Kindheit meiner Eltern, Grosseltern und deren Vorfahren) als Tr&amp;#246;te bekannt war. Der Fortschritt kennt offenbar &amp;#252;berhaupt keine Grenzen. - nicht mal in die Vergangenheit. Das Innovative an der Vuvuzela-Tr&amp;#246;te scheint nun aber zu sein, dass man sie nicht wie die Fussball-Tr&amp;#246;ten hierzulande mit Druckluft-Flaschen und kleinen Blaseb&amp;#228;lgen zum Tr&amp;#246;ten bringt, sondern mit dem Mund reinbl&amp;#228;st. Mag dies auch auf den ersten Blick nicht wie eine grossartige Neuerung erscheinen, so hat sie doch gewaltige Vorteile gegen&amp;#252;ber den hier &amp;#252;blichen Tr&amp;#246;ten: Man kann deutlich lauter tr&amp;#246;ten als mit einem Handblasebalg und der Druckluftcontainer, der sich im Brustkorb der nimmerm&amp;#252;den Tr&amp;#246;ter befindet, kann beliebig oft w&amp;#228;hrend des Spiels nachgef&amp;#252;llt werden. Das Resultat der gleichm&amp;#228;ssigen Verteilung dieser pausenlos tr&amp;#246;tbaren Uwe Seeler-Tr&amp;#246;ten unter die zigtausend Zuschauer eines nervenaufreibenden Fussball-Gepl&amp;#228;nkels kann man sich ohne viel Phantasie vorstellen: Es lautet TR&amp;#214;&amp;#214;&amp;#214;[man denke sich 90Minuten lang ein &#039;&amp;#214;&#039;]&amp;#214;&amp;#214;&amp;#214;T.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So unangenehm und ungewohnt dieser s&amp;#252;dafrikanische Tinnitus auch sein mag, er hat doch seine Vorteile. Der erste Vorteil ist insbesondere im Vergleich mit den hier &amp;#252;blichen Fussball-Ger&amp;#228;uschen zu finden: Er erstickt jeden Versuch, in ein infantiles, d&amp;#252;mmliches Fussballlied auszubrechen, im Keim. Kein &#039;Geh doch nach Hause du alte Scheisse!&#039;, kein &#039;Zieht den Bayern die Lederhosen aus!&#039; und kein &#039;W&amp;#228;r ned gumped isch kai Baasler!&#039;. Es ist eine neutrale, angenehm dr&amp;#246;hnende Ger&amp;#228;uschkulisse, die selbst der betrunkenste Fan noch mitgestalten kann und selbst den n&amp;#252;chternsten Fan nicht dazu bringt, vor lauter Fremdscham in die n&amp;#228;chste Tischkante zu beissen.&lt;br /&gt; Der zweite positive Punkt an dem Vuvuzuela-Trubel ist die Erkenntnis, dass es auf dieser Welt doch noch kulturelle Unterschiede gibt und sich nicht alle dem westlichen Ideal anpassen wollen. Die chinesischen Olympia-Funktion&amp;#228;re haben ihren handverlesenen Publikums-Komparsen noch Nachhilfeunterricht im westlichen Applaudieren verordnet, weil sie in ihren Stadien eine korrekte Olympia-Ger&amp;#228;uschkulisse wollten, die gef&amp;#228;llt. Diese falsche Scham vor der eigenen Publikums-Kultur fehlt den afrikanischen Fussballfans gl&amp;#252;cklicherweise, wodurch sie uns ger&amp;#228;uschstark zeigen, wie man in Afrika anfeuern und sich freuen kann. Auch wenn die Mannschaften aller L&amp;#228;nder das gleiche, simple Pausenhofspielchen vor einem Millionenpublikum spielen und dabei die gleichen Kleider tragen, die gleichen Spielz&amp;#252;ge und die gleiche Taktik verwenden, beruhigt es doch, dass wenigstens das Publikum nicht &amp;#252;berall gleich ist. Jedes Tr&amp;#246;ten eines Uwe Seeler ist damit ein Befreiungsschlag f&amp;#252;r die Individualit&amp;#228;t und eine willkommene Weigerung in das sonstwo &amp;#252;bliche Deppengegr&amp;#246;le auszubrechen.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;So l&amp;#228;sst sich dem Tuten und Blasen in den Stadien doch noch etwas Gutes abgewinnen, und die Spieler k&amp;#246;nnen das Kinderspiel, das sie schon seit jener Zeit &amp;#252;ben, als sie noch nicht l&amp;#228;cherlich aussahen, wenn sie in kurzen Hosen einem Schweinslederball nachh&amp;#252;pften, taubstumm spielen. Zur Abwechslung mal, ohne die nervigen Zwischenrufe ihres anges&amp;#228;uerten Trainers zu h&amp;#246;ren.&lt;/p&gt;&lt;div class=&quot;item_footer&quot;&gt;&lt;p&gt;&lt;small&gt;&lt;a href=&quot;http://www.tarlanc.ch/blog/blog1.php/wer-selber-bl-st-ist&quot;&gt;Original post&lt;/a&gt; blogged on &lt;a href=&quot;http://b2evolution.net/&quot;&gt;b2evolution&lt;/a&gt;.&lt;/small&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;</description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Etwas erstaunt erfuhr ich in der Tagesschau, der ich nebenbei mit einem Ohr lauschte, dass Uwe Seeler offenbar die WM in S&#252;dafrika st&#246;rt. Jogi L&#246;w musste sich sogar wegen besagtem Uwe Seeler eine neue Zeichensprache ausdenken, um mit seinen Spielern zu kommunizieren. Es w&#228;re ja nicht der erste Sportler, der im Alter meint, er habe das Spiel erfunden, das er vor 60 Jahren mal eine Weile gespielt hatte, und den Jungen dumme Ratschl&#228;ge erteilt. Also tat ich die Meldungen als belanglosen WM-Klatsch ab, bis die ersten Leute sich offenbar schon mit Orapax gegen Uwe Seeler sch&#252;tzen mussten.<br />Gl&#252;cklicherweise nahm sich zu diesem Zeitpunkt ein Sprecher die Zeit, den Namen 'Vuvuzuela' langsam auszusprechen und ein Bild des anst&#246;ssigen Objekts zu zeigen. Offenbar handelt es sich bei diesem Ger&#228;t um eine neue, &#228;usserst innovative Erfindung aus Afrika, die in meiner Kindheit (und in der Kindheit meiner Eltern, Grosseltern und deren Vorfahren) als Tr&#246;te bekannt war. Der Fortschritt kennt offenbar &#252;berhaupt keine Grenzen. - nicht mal in die Vergangenheit. Das Innovative an der Vuvuzela-Tr&#246;te scheint nun aber zu sein, dass man sie nicht wie die Fussball-Tr&#246;ten hierzulande mit Druckluft-Flaschen und kleinen Blaseb&#228;lgen zum Tr&#246;ten bringt, sondern mit dem Mund reinbl&#228;st. Mag dies auch auf den ersten Blick nicht wie eine grossartige Neuerung erscheinen, so hat sie doch gewaltige Vorteile gegen&#252;ber den hier &#252;blichen Tr&#246;ten: Man kann deutlich lauter tr&#246;ten als mit einem Handblasebalg und der Druckluftcontainer, der sich im Brustkorb der nimmerm&#252;den Tr&#246;ter befindet, kann beliebig oft w&#228;hrend des Spiels nachgef&#252;llt werden. Das Resultat der gleichm&#228;ssigen Verteilung dieser pausenlos tr&#246;tbaren Uwe Seeler-Tr&#246;ten unter die zigtausend Zuschauer eines nervenaufreibenden Fussball-Gepl&#228;nkels kann man sich ohne viel Phantasie vorstellen: Es lautet TR&#214;&#214;&#214;[man denke sich 90Minuten lang ein '&#214;']&#214;&#214;&#214;T.</p>
<p>So unangenehm und ungewohnt dieser s&#252;dafrikanische Tinnitus auch sein mag, er hat doch seine Vorteile. Der erste Vorteil ist insbesondere im Vergleich mit den hier &#252;blichen Fussball-Ger&#228;uschen zu finden: Er erstickt jeden Versuch, in ein infantiles, d&#252;mmliches Fussballlied auszubrechen, im Keim. Kein 'Geh doch nach Hause du alte Scheisse!', kein 'Zieht den Bayern die Lederhosen aus!' und kein 'W&#228;r ned gumped isch kai Baasler!'. Es ist eine neutrale, angenehm dr&#246;hnende Ger&#228;uschkulisse, die selbst der betrunkenste Fan noch mitgestalten kann und selbst den n&#252;chternsten Fan nicht dazu bringt, vor lauter Fremdscham in die n&#228;chste Tischkante zu beissen.<br /> Der zweite positive Punkt an dem Vuvuzuela-Trubel ist die Erkenntnis, dass es auf dieser Welt doch noch kulturelle Unterschiede gibt und sich nicht alle dem westlichen Ideal anpassen wollen. Die chinesischen Olympia-Funktion&#228;re haben ihren handverlesenen Publikums-Komparsen noch Nachhilfeunterricht im westlichen Applaudieren verordnet, weil sie in ihren Stadien eine korrekte Olympia-Ger&#228;uschkulisse wollten, die gef&#228;llt. Diese falsche Scham vor der eigenen Publikums-Kultur fehlt den afrikanischen Fussballfans gl&#252;cklicherweise, wodurch sie uns ger&#228;uschstark zeigen, wie man in Afrika anfeuern und sich freuen kann. Auch wenn die Mannschaften aller L&#228;nder das gleiche, simple Pausenhofspielchen vor einem Millionenpublikum spielen und dabei die gleichen Kleider tragen, die gleichen Spielz&#252;ge und die gleiche Taktik verwenden, beruhigt es doch, dass wenigstens das Publikum nicht &#252;berall gleich ist. Jedes Tr&#246;ten eines Uwe Seeler ist damit ein Befreiungsschlag f&#252;r die Individualit&#228;t und eine willkommene Weigerung in das sonstwo &#252;bliche Deppengegr&#246;le auszubrechen.</p>
<p>So l&#228;sst sich dem Tuten und Blasen in den Stadien doch noch etwas Gutes abgewinnen, und die Spieler k&#246;nnen das Kinderspiel, das sie schon seit jener Zeit &#252;ben, als sie noch nicht l&#228;cherlich aussahen, wenn sie in kurzen Hosen einem Schweinslederball nachh&#252;pften, taubstumm spielen. Zur Abwechslung mal, ohne die nervigen Zwischenrufe ihres anges&#228;uerten Trainers zu h&#246;ren.</p><div class="item_footer"><p><small><a href="http://www.tarlanc.ch/blog/blog1.php/wer-selber-bl-st-ist">Original post</a> blogged on <a href="http://b2evolution.net/">b2evolution</a>.</small></p></div>]]></content:encoded>
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