Tolkienistisches

Seit ich mit 13 Jahren zum ersten Mal Tolkiens 'Der Herr der Ringe' gelesen habe, befasse ich mich intensiv mit seiner Welt, seinen Sprachen, der Mythologie und allen anderen Aspekten der von ihm erschaffenen Fantasy-Welt. Mittlerweile habe ich 25 seiner Bücher gelesen und habe noch immer viele Fragen.
Dieser Bereich ist damit J.R.R. Tolkien und seinen Büchern gewidmet.

In eigener Sache:

Als erstes möchte ich auch auf meinen eigenen Artikel zu den nordischen Elementen im Werk Tolkiens hinweisen. Er ist erhältlich in Deutsch, Englisch und Hebräisch. (Link Aktualisiert)

Nützliche Links

Mittelerde-Portal: Deutsche Seite mit allem Wissenswerten um Tolkiens Welt und einem sehr gutenForum.
Tolkienwelt-Forum: Deutsche Tolkien-Community mit interessantem Forum und grossen Mitglieder- und Off-Topic- Bereichen.
Ardalambion: Seite zu den Sprachen Tolkiens.
Encyclopedia of Arda: Sehr umfassende Online-Enzyklopädie.
Offizielle Film-Homepage: Hier findet man die Daten, Trailer und Interviews mit den Schauspielern.
Hiswelokë: Online Dictionnary Sindarin-Englisch und Englisch-Sindarin.
Fellowship of the Wordsmiths: Gute Seite mit Grammatik und Wortschatz von Tolkiens Sprachen.
Lúthiens Tolkien Page: Sehr gute Gallerie mit Bildern zu den Werken von Tolkien. Sortiert nach Buch und Kapitel.
Rolozo Tolkien: Seite mit Informationen zu den Schriften Tolkiens und einer grossen Gallerie.

Biographie J.R.R.Tolkiens:

In dieser Biographie möchte ich weniger auf die Lebensdaten von John Ronald Reuel Tolkien als auf die Entstehung seines Lebenswerks eingehen. Und diese

In dieser Biographie möchte ich weniger auf die Lebensdaten von John Ronald Reuel Tolkien als auf die Entstehung seines Lebenswerks eingehen. Und diese Geschichte beginnt im 1.Weltkrieg in Frankreich, wo Ronald Tolkien als Nachrichtenoffizier einer Fusilier-Kompanie diente.
Dort, in den Wirren des Kriges schrieb Tolkien, der schon als Kind eigene Sprachen erfand, und Griechisch, Latein, Alt-Englisch, Gothisch, Finnisch und Walisisch sprach, kurze Geschichten über Elben und Gnome in blaue Notizbücher, welche er seiner Frau Edith nach England schickte. Eine der ersten Geschichten war die des Seefahrers Earendel, welcher zu einem Stern am Abendhimmel wurde. Inspiriert wurde er dabei von einem Alt-Englischen Gedicht:

Eálá Earendel engla beorhtast
  Ofer middangeard monnum sended
Heil Earendel hellster der Engel über Mittelerde, zu den Menschen gesandt
(Mittelerde ist die Übersetzung des Wortes Middangeard (Midgart), welches die Welt zwischen Himmel und Hölle in der Nordischen Mythologie bezeichnet.)

Als Tolkien 1916 im Krieg an 'trench-fever', einer mit Typhus verwandten Infektion erkrankte, wurde er nach England zurückgeschickt, wo er sich während zwei Jahren erholte. Während seiner Genesung schrieb er immer weiter an den 'Lost Tales' wie er seine Fantasie-Geschichten mitterweile nannte. Die 'Lost Tales' wurden nie überarbeitet und erst nach Tolkiens Tod veröffentlicht. Sie Erzählen die Geschichte des Wanderers Eriol, der auf einer Wanderung auf Tol Eressëa landet. Dort wird er freundlich von den Elben in der 'Hütte des vergessenen Spiels' aufgenommen, wo sich die Gäste jeden Abend in einem Erzähl-Saal treffen und Geschichten über vergangene Heldentaten erzählen. Die Elben erzählen sich darin Geschichten von Túrin dem Drachentöter, Beren und Lúthien den Liebenden und dem Fall von Gondolin und Nargothrond. So entwickelte sich nach und nach eine eigene Welt. Die Sprache der Elben, war das von Tolkien entwickelte Qenya. Eine Sprache, welche nur die Voraussetzung erfüllen musste, schön zu tönen. Die Grammatik war stark an die Finnische Grammatik angelehnt, wohingegen die Worte mehr an Latein, Griechisch und Französich erinnerten. Die Geschichten, welche den Figuren in den Mund gelegt werden, sind an die nordische Mythologie, die Bücher von Shakespeare und andere Märchen und Sagen angelehnt. Daraus entstanden neue Geschichten mit einem ganz eigenen Charakter.

In den folgenden Jahren 1918-20 arbeitete Tolkien an dem Oxford Dictionnary of modern English und übersetzte zusammen mit E.V.Gordon die Alt-englische Sage 'Sir Gawain and the Green Knight'. 1925 Bewarb sich Ronald Tolkien erfolgreich an der Oxford University als Professor für Angel-Sächsich. Er hatte mittlerweile drei Söhne: John Francis Reuel (*1917), Michael Hilary Reuel (*1920) und Christopher Reuel (*1924), welcher später das Lebenswerk seines Vaters fortsetzen sollte. Seine einzige Tochter, Priscilla, kam erst 1929 zur Welt. Tolkien erzählte seinen Kindern viele Gute-Nacht-Geschichten, von denen einige als Bücher erschienen sind (Farmer Giles of Ham, Mister Bliss, Smith of Wotton Major...)
Eines Tages, als Professor Tolkien Stundenlang Prüfungen korrigiert hatte, kam er zur Prüfung eines jungen Studenten, der eine Seite seines Lösungs-Blattes leer gelassen hatte. Auf diese Seite schrieb Tolkien gross: "In a hole in the ground there lived a Hobbit". Was das zu bedeuten hatte, wusste Ronald Tolkien selber nicht. Er machte es sich aber in den nächsten Monaten zur Aufgabe, herauszufinden, in was für einem Loch denn so ein Hobbit leben würde, wieso das Loch im Boden war, und was überhaupt ein Hobbit sei. Wann immer er etwas neues über diesen seltsamen Hobbit herausgefunden hatte, erzählte er es seinen Kindern vor dem Schlafengehen und 1936 war endlich ein vollständiges Manuskript des Märchens 'The Hobbit' druckfertig.  Die Namen der Zwerge und des Zauberers, die in diesem Buch vorkommen, waren allesamt aus dem Gedicht Völuspá aus der Poetischen Edda (Einer Sammlung Wikingischer Heldenlieder) und Tolkien dachte nicht daran, dass er diese Geschichte mit seinen 'Lost Tales' hätte vereinen können. So waren auch diesmal nicht Orks und ihr Schöpfer Melko die Antagonisten sondern ein Feuerdrache namens Smaug. Erst als das Märchen ein grosser Erfolg wurde, und viele Fan-Briefe eingingen, in denen weitere Geschichten von Hobbits gefordert wurden, begann Tolkien mit einem Fortsetzungsroman. In diesem Roman schaffte er den Link zwischen seinen alten Elben-Geschichten und dem Märchen vom tapferen kleinen Hobbit. Das Märchen sollte den Namen "The New Hobbit" tragen, erhielt zum Schluss aber den, mittlerweile weltbekannten, Titel: 'The Lord of the Rings'.

Die 'Lost Tales' verstaubten zu dieser Zeit in einer Schublade und Tolkien versuchte, die Geschichten in eine geordnete Bahn zu lenken. Er schrieb Geschichten wie die Qenta Silmarillion (Erzählung der Silmarils) und fertigte Landkarten und Annalen an, um endlich eine kohärente Welt aus dem Wirrwarr der 'Lost Tales' zu schaffen. Dies stellte sich aber als weit schiweriger heraus, als er sich das vorgestellt hatte, und er betrachtete das 'Silmarillion' schliesslich als gescheiterterten Versuch.
Nun steckte er alle Energie in die neue Hobbit-Geschichte versuchte aber, die Elemente aus dem Silmarillion doch noch irgendwie einzubauen. Viele Lieder über die Protagonisten aus dem 'Book of Lost Tales' wurden den Helden der neuen Geschichte in die Münder gelegt. So singen sie von Earendel, Beren und Luthien und Gil-galad. Erst allmählich begann Tolkien dieses neue Märchen immer mehr mit den alten Geschichten zu verknüpfen. Schliesslich spielten immer mehr Nachfahren dieser vergessenen Helden eine Gastrolle in sieiner neuen Geschichte. Elrond, der aus dem Hobbit bekannt war, wurde nun der Sohn der Earendel, Streicher (anfänglich ein Hobbit namesn Trotter) wurde der Nachfahre von Elros (Elronds Bruder) und Galadriel, Glorfindel, Legolas und Círdan tauchten auch wieder aus der Vergessenheit auf. So wurde die Geschichte, die nun als 'Herr der Ringe' grosse Erfolge feiert nicht nur die Fortsetzung des 'Hobbit' sondern auch die Fortsetzung des 'Silmarillion', welches Tolkien nie fertiggestellt hat. Auch Figuren aus anderen Gedichten, wie Tom Bombadil (eine Puppe seiner Kinder, über die er einige Gedichte geschireben hat) tauchten aus der Versenkung aus. Da Tolkien nicht hoffen konnte, dass diese Gedichte, das 'Silmarillion' oder die 'Lost Tales' jemals veröffentlicht werden würde, versuchte er so, die Helden dieser Geschichten kurz vorzustellen.
Das Buch nahm ind den 16 Jahren seiner Entwicklung solch enorme Formen an, dass Tolkien zum Ende bezweifelte, dass sich jemand durch diese Flut von Namen, Orten, Liedern und Geschichten durchkämpfen, und es zum Shcluss doch gut finden würde. In diesem Punkt stimmte ihm auch der Verlag zu und 'The Lord of the Rings' wurde nur dank der Freundschaft zwischen Tolkien und Stanley Unwinn gedruckt. Den Erfolg des 'Herr der Ringe' konnte damals niemand vorhersehen. Das Verlagshaus Allen&Unwinn zerschnitt das Werk trotz Tolkiens Enspruch in drei Teile ('The Fellowship of the Ring', 'The two Towers' und 'The Return of the King') und brachte diese 1954-55 als Paperback auf den Markt.

In den folgenden Jahren verwandte Tolkien wieder einige Energie auf die Fertigstellung des Silmarillion. Er glich die alten Aufsätze dem Herrn der Ringe an und fügte der bisherigen Handlung noch ein Zwischenglied (Das zweite Zeitalter und der Fall von Númenor) hinzu. Er versuchte ebenfalls die Geschichten von Beren und Luthien und die Geschichte von Túrin als Gedicht neu zu verfassen. Beide wurden nie fertig und sind, soweit sie gedichtet wurden, erst nach seinem Tod veröffentlicht worden. Er entwickelte auch die Sprachen seiner Welt (Quenya, Sindarin / Noldorin, Ilkorin, Andûnaisch, Westron, Valarin, Black Speech und Khuzdul, um die wichtigsten zu nennen) und die Schriften (Angerthas, Tengwar Qunya, Tengwar Sindarin und klassisches Tengwar Sindarin) weiter und schrieb in ihnen Gedichte und Lieder, fern jeder Hoffnung, dass sich je ein Leser die Mühe machen würde, sie zu lernen.

Am 2. September 1973 verstarb John Ronald Reuel Tolkien. Sein Sohn Christopher nahm sich der alten Manuskripte an, die in Kisten im Verlagshaus Allen&Unwinn deponiert waren. Alle alten Aufsätze, von den 'Lost Tales' bis zu den letzten Aufsätzen des Silmarillions wurden vom Staub der Jahrzehnte befreit und Chrstopher Tolkien machte sich daran, die Aufsätze zu ordnen und sie zu publizieren. 1977 Erschien endlich das Lebenswerk Ronald Tolkiens. Christopher Tolkien hatte die neuesten Aufsätze rund um das Silmarillion gesammelt und sie zu einer kohärenten Geschichte zusammengefügt. Diese Geschichte erschien nun unter dem Namen 'The Silmarillion'. 1980 brachte Christopher Tolkien unter dem Namen seines Vaters eine weitere Sammlung von Aufsätzen heraus: 'The unfinished Tales of Númenor and Middle Earth' (Deutsch: Nachrichten aus Mittelerde) enthielten unzusammenhängende Aufsätze mit Anmerkungen und Fussnoten von Christopher Tolkien. Auch dieses Buch verkaufte sich unter der, mittlerweile stark wachsenden, Fan-Gemeinde Tolkiens sehr gut. So machte sich Christopher Tolkien erneut an die Arbeit und brachte 12 Bände mit unvollständigen, kommentierten Aufsätzen und Auszügen aus Brefen heraus: Die 'History of Middle Earth'. Die ersten zwei Bände dieser Reihe bilden die 'Lost Tales' (Dt: Die Verschollenen Geschichten). Danach folgen unter dem Namen 'The Lays of Beleriand' die Gedichte von Túrin und Beren und Lúthien, die nie fertiggestellt wurden. Die nächsten zwei Bücher: 'The Shaping of Middle Earth' und 'The Lost Road' enthalten die ersten Versionen der Quenta Silmarillion, die Annalen von Valinor und die Annalen des ersten Zeitalters. Auch diese Essays sind alle dokumentiert, datiert und bestehen fast zu einem Drittel aus Anmerkungen und Fussnoten. Die nächsten 4 Bände ('The Return of the Shadow', 'The Treason of Isengart', 'The War of the Ring' und 'Sauron Defeated') enthalten die ersten Manuskripte des 'Lord of the Rings'. Vom allerersten Satz, den Ronald Tolkien geschrieben hat, bis zur endgültigen Fassung sind darin die Schaffensphasen dieses Werkes zu verfolgen. Zum Schluss folgen 3 Bände ('Morgoth's Ring', 'The War of the Jewels' und 'The Peoples of Middle Earth'). Sie enthalten die Aufsätze, welche Tolkien nach der Fertigstellung des Herrn der Ringe dem Silmarillion hinzufügen wollte. Ebenso sind die ersten Kapitel von zwei weiteren Büchern darin abgedruckt, welche Tolkien begann, jedoch nie fertigstellen wollte oder konnte.

So teilt John Ronald Reuel Tolkien das truarige Schicksal vieler grossen Künstler, indem sein Werk erst nach seinem Tode die verdiente Anerkennung erhielt. Mittlerweile werden seine Bücher in Schultheatern aufgeführt, zu sineen Sprachen gibt es Sprachkurse, Fan-Clubs schiessen wie Pilze aus dem Boden und das Internet wird fast täglich um Fan-Sites bereichert. Die Krönung dieses Kultes bildet wohl die Verfilmung des 'Lord of the Rings' durch Peter Jackson, welche momentan in drei Teilen im Kino läuft und der damit verbundene Merchandising-Rummel. Action-Figuren, Bildbände, Elbenringe und sogar Goldringe mit eingraviertem Ringgedicht können überall gekauft werden und die Verlagshäuser, bei denen die Rechte für die Bücher Tolkiens liegen verdienen sich erneut eine goldene Nase. Klett-Cotta verkaufte allein im Januar 2002 300'000 Exemplare des deutschen 'Der Herr der Ringe'.